3. Berner Voltitag

Die Gründung der Berner Voltigierabteilung durch eine handvoll engagierter, junger Frauen liegt mittlerweile  zweieinhalb Jahre zurück. Seitdem sind sie in der Reithalle des Ausbildungsstall von Oesen in Bettingbühren zu Hause. Unter Berner Flagge trainieren dort aktuell neun Gruppen - von den "Minis" im Kindergartenalter bis zu den erfahrenen Turniergruppen auf L-Niveau. 
 
Dafür stehen ihnen sechs Pferde zur Verfügung, die neben dem Voltigiertraining an der Longe noch als Ausgleichssport geritten werden. "Ein ausgewogenes Training ist wichtig für eine optimale Bemuskelung.", erklärt Julia Ripken. Schließlich sei eine gute Rückenmuskulatur die Voraussetzung für einen gesunden Voltigiersport mit dem Partner "Pferd", der im Galopp bis zu drei ausgewachsene Personen auf sich trägt. Ripken gehört zu den Gründungsmitgliedern der "Voltis Berne", die gemeinsam das Motto vertreten "Gut Ding will Weile haben".  
 
An große Turnpolster und hüpfende Kinder müssten sich ehemalige Reitpferde genau so langsam gewöhnen wie junge Pferde. "Alle unsere Pferde begeben sich bei uns in eine ganz neue Ausbildung, auch wenn sie vorher bereits mehrere Jahre geritten wurden.", erklärt Ripken. Geduldig lernten sie die vierbeinigen Trainingspartner der Nachwuchsgruppen Dorinth, Danny, Sindbad und Fargo an. 
 
Auf dem "3. Volti-Tag" am vergangenen Sonntag ab 15 Uhr war das Trio seinen Schützlingen bereits ein verlässlicher Showpartner. Insgesamt 70 der etwa 85 Berner Voltis im Alter von 4 bis 28 Jahren zeigten ihr Können. Im Publikum saßen die Familien und Freunde und bestaunten die grazilen Übungen und Figuren. Alle Gruppen hatten für diesen Auftritt ihre hautengen, glitzernden Trikots angezogen und die Haare kunstvoll geflochten.  
Zu ausgewählter Musik feierten auch neue Küren ihre Premiere. Bis auf wenige Feinheiten glückten die Runden, was das Trainerteam in Hinblick auf ihr zweites Heimturnier Anfang Mai in der Reithalle am Marktham besonders freut. 
 
Den sieben Vorführungen der Nachwuchsgruppen folgten zwei Präsentationen der besonderen Art.
Zu Nachwuchspferd "Caramba" müssen die Voltis jetzt schon hinauf schauen. Zur schonenden Ausbildung des großgewachsenen Schimmels kam Anfang des Jahres eine drei monatige Verletzungspause, sodass sein Voltiteam die neu erarbeitete Kür im Schritt präsentierte. "Wir hoffen, dass wir Ende des Sommers zu einem ersten Turnierstart mit Kür im Galopp fahren können.", formuliert Julia Ripken die nächsten Ausbildungsziele des jungen Wallachs. 
 
Ein zweites erfahrenes Voltiteam ist nach langer Pferdesuche vor drei Monaten fündig geworden. Der sanfte Riese "Fluppy" gehört seit Anfang Januar zur Volti-Familie und durfte nach wenigen Monaten Umschulung vom Reit- zum Voltigierpferd schon am Shownachmittag teilnehmen. Die Berner Voltis demonstrierten wie eine Trainingsstunde mit einem jungen Volti-Pferd aussieht, in der er geduldig an alle Eigenarten der Sportart gewöhnt wird. "Unbeirrt mit gleichmäßigem Tempo zu galoppieren ist für ein normales Reitpferd schon eine Herausforderung.", erklärt Julia Ripken, die aktuellen Lernziele. Zusätzlich müsse er ein Dutzend sich bewegender Mädchen in bunten Hosen um sich herum aushalten und Gewichtsverlagerungen auf dem eigenen Rücken ausgleichen. Bis er als ausgebildetes Voltigierpferd im höheren Turniersport sicher läuft werden etwa zwei Jahre vergehen, vermutet Ripken.  Aber die "Voltis Berne" seien sich einig, dass man den Sport den Pferden zuliebe so gestaltet müsse, dass sie ihnen lange treue Partner sein können.
von Alke Rowehl
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